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Auswertung erste Kreisoberligasaison

24.06.2015

Einstiegssaison in Kreisoberliga beendet – der FSV belegt abschließend versöhnlichen 12. Platz
Das erste Kapitel des Buches „Kreisoberliga“ hat nach einem skeptischen Start in die Saison noch ein versöhnliches Ende gefunden, bei dem man abschließend einen 12. Platz für sich verbuchen konnte.
Neue Gegner, weitere Auswärtstouren, landesklassenübliche Kosten bei einem unbekannten Leistungsniveau – so oder ähnlich dürften die Gedankengänge in den Köpfen von Spielern und Vereinsverantwortlichen zu Saisonbeginn ausgesehen haben. Was zunächst folgte, hatte auch ähnliche Anzeichen, startete man doch „verhalten“ in die Serie und verlor – wenn auch zu hoch – gegen die späteren direkten Abstiegskonkurrenten aus Schwarzheide und Schipkau mit 0:4 und 0:3. Der erste Lichtblick folgte dann ausgerechnet gegen die hochgehandelten Senftenberger, welche mit 1:0 auf heimischen Rasen niedergekämpft werden konnten. Als dann auch noch ein verdienter Auswärtssieg in Falkenberg zu Buche stand, schienen einige Aktive schon von anderen Tabellensphären zu träumen – doch dem weit gefehlt: Verkaufte man sich zwar gegen Ligaprimus Vetschau mit einem 0:2 noch teuer, sollten bis Weihnachten nur noch drei magere Unentschieden folgen, wobei insbesondere die Niederlagen in Klettwitz als auch zu Hause im Derby gegen Gr. Beuchow besonders schmerzhaft und vermeidbar waren, da Führungen aus der Hand gegeben wurden. So blieb zu Jahreswechsel ein abstiegsbedrohender 14. Platz mit 9 Punkten, der alle Beteiligten kaum zufriedenstellen konnte. Zudem schien sich das Verständnis zur Ausübung des leistungsorientierten Freizeitfußballs zwischen Mannschaft und Trainer Frank Boywitt stark auseinander gelebt zu haben, wodurch eine einvernehmliche Trennung unter aufrechten Sportsmännern für beide Seiten unumgänglich schien.
Nach holpriger –da stark operativ gestalteter- Vorbereitung auf die Rückrunde gelang es dem FSV sich gleich Luft zu verschaffen – nämlich durch einen wichtigen 2:0-Auswärtssieg in Schwarzheide. Schon hier ließ sich der Grundpfeiler der steigenden Stabilisierung der Truppe erkennen: die Defensive um den zwangsweise „umgeschulten“ Torwart Tobias Baschin. Wollte und/ oder konnten sich die drei Torwartkandidaten im FSV-Hinrundentestlabor zwischen den Pfosten nicht behaupten, so erwies sich die risikoreiche Option Baschin in der Rückrunde als Volltreffer, welche viele Punkte sicherte aber in einzelnen Bereichen auch noch Steigerungspotenzial aufweist. Hinzu gesellten sich vor ihm jedoch ein Abwehrverbund, der sich –wie der Rest Truppe auch- kämpferisch und läuferisch zu fangen schien und abschließend die beste Defensive der Kreisoberligarückrunde stellte.
Nach diesem Achtungserfolg war die Freude jedoch schnell getrübt, denn ein Heimremis gegen Konkurrent Schipkau und eine 4:1-Schlappe in Senftenberg nach 92-minütiger Unterzahl wegen Notbremse ließ den FSV durch u.a. wiedererstarkte Calauer mehr in Gefahr versinken denn je. Trotz des erlösenden Heimerfolgs gegen Falkenberg konnte dieser Zustand durch die zu erwartende Niederlage in Vetschau und den vermeidbaren Misserfolg gegen SpVgg. Finsterwalde nicht unbedingt verbessert werden. Jedoch kaum vorhersehbar: diese Niederlage sollte die letzte der Serie bleiben – der FSV blieb die letzten 9 Spiele unbesiegt. Denn nach der wahnsinnigen Aufholjagd in Ruhland und den Nullnummern gegen Beuchow und Schradenland schien auch die Offensive des FSV Selbstvertrauen gefunden zu haben und belohnt sich mit satten 13 Toren in den letzten 6 Partien, wobei insbesondere der 4:3-Erfolg in Ortrand positiv zu erwähnen ist, jedoch auch das Abstiegsduell gegen Lok Calau angebracht werden muss, indem Gr. Leuthen die mit Abstand schwächste Partie der Saison zeigt und um Haaresbreite einem direkten Abstiegskonkurrenten neuen Schwung eingehaucht hätte.
So blieb abschließend ein 12. Platz, mit dem man –die ganze Saison betrachtet- versöhnlich leben kann. Mit 51 gelben, drei gelb-roten und einer roten Karte nimmt man selbigen Platz auf der Fairplay-Tabelle ein – verbesserungswürdig!  Mit 11 Treffern belegt erwartungsgemäß Kevin Menze den ersten Platz der internen Torschützenliste, gefolgt von dem sich stabilisierenden Sebastian Milke und „Dauerbrenner“ Ingo Selbitz, welcher alle 30 Spiele der Saison absolvierte und dabei 2881 Spielminuten sammelte – Ligabestwert. Aber auch die 28 und 27 Einsätze von Martin Baschin und Uwe Schüler sind in einer langen Saison aller Ehren wert. Ungenannt sollte jedoch auch nicht bleiben, dass es auch zwingend der Aushilfe der zweiten Mannschaft bedurfte um in internen Krisen und Querelen schadensfrei über die Saison zu kommen, wobei sich insbesondere Lars Recla und Christopher Muschick bei ihren Einsätzen nahtlos einfügten. Trotz Trennung sollten auch die Verdienste um Trainer Frank Boywitt in den vergangen zwei Jahren benannt werden, der das Team erst durch die erreichte Qualifikation die Saison in der Kreisoberliga ermöglichte. Auch an dieser Stelle noch einmal: Alles Gute für die Zukunft Frank und bleibe dem Fußball in welcher Form auch immer erhalten!
Und wie geht es in der kommenden Spielzeit weiter? Die Mannschaft bleibt komplett zusammen und darf sich über die dringend benötigte Verstärkung in der Breite erfreuen, wobei aber auch insbesondere auf die charakterliche Eignung Wert gelegt wurde.  Wie diese im Einzelnen aussieht wird hier in den kommenden Tagen veröffentlicht – man darf also gespannt sein.
Und in der Liga? Geht es am 15.08.2015 in den ersten Spieltag der Saison. Davor erwartet Mannschaft eine entsprechende Vorbereitung  und die Anhänger Heimspiele gegen namenreiche Landesklassetestgegner wie Luckau (Sa., 18.07., 15 Uhr in Gr. Leuthen) und  Schönwalde (Fr., 24.07., 20 Uhr in Gr. Leuthen) – dann hoffentlich vor nennenswerter Kulisse, denn hier war der FSV in der abgeschlossenen Spielzeit mit 45 Zuschauern im Durchschnitt Vorletzter der Liga - Kreisklassenniveau.        

 

Foto: Klassenerhalt geschafft